Anzeichen für CMD
Wie können Sie als Patientin oder Patient selbst erkennen, ob Sie unter CMD leiden? Folgende Anzeichen sind typisch:
- Schmerzen im Kopf- und Gesichtsbereich
- Schmerzen im Bereich der Ohren und Kiefergelenke
- unerklärliche Zahnschmerzen, vor allem an Zähnen mit starkem Zahnkontakt
- Knackgeräusche oder Reiben in den Kiefergelenken
- ungleichmäßige und asymmetrische Bewegungen des Unterkiefers
- Bewegungseinschränkungen des Unterkiefers bis hin zu Einschränkungen der Mundöffnung insgesamt.
- gestörtes Kontaktgefühl der Zähne
- unzureichende Abstützung der Zähne
- zu hohe Zähne
Unsere CMD-Therapie besteht aus fünf Phasen:
- Anamnese: Protokoll Ihrer Beschwerden
- Digitale Abformung mittels Intraoralscanners
- Elektronische Kieferregistrierung mit Zebris JMA Optic System
- Schienentherapie: Temporäre Korrektur der Bisslage
- Temporärer und definitiver Zahnersatz: Dauerhafte Korrektur der Bisslage
1. Anamnese
Unsere Behandlung beginnt mit einer ausführlichen Anamnese, bei der wir der Ursache Ihrer Beschwerden auf den Grund gehen. Die Beantwortung dieser und weiterer Fragen gibt uns einen ersten Aufschluss darüber, wo möglicherweise die Ursache Ihrer Beschwerden zu suchen ist.
2. Digitale Abformung: Ihr Intraoralscan für die Diagnostik und Schienentherapie
Für die Diagnostik und Planung Ihrer Schienen nutzen wir einen modernen Intraoralscanner. Statt des klassischen Abdrucks mit einer Metallschale und klebriger Abformmasse „filmen“ wir Ihre Zähne einfach digital.
Präzisions-Diagnostik Ihres Bisses:
Der 3D-Scan zeigt uns exakt, wie Ihre Zähne aufeinandertreffen. So erkennen wir Fehlbelastungen, Zahnverschleiß oder Veränderungen sofort am Monitor. Gemeinsam mit Ihnen analysieren wir Ihre Zahnsituation direkt in der 3D-Ansicht – transparent und verständlich
3. Kiefergelenksvermessung: mit Zebris JMA Optic System
Zur Kiefergelenksvermessung setzen wir in unserer Praxis den Zebris JMA Optic System ein. Das hochmoderne System funktioniert auf Basis der Magnetfeldtechnologie und ermöglicht eine präzise Aufzeichnung und Analyse der Kiefergelenkbahnen sowie der jeweiligen Bisslage bei jeder beliebigen Kieferstellung – und zwar ohne jede Strahlenbelastung für unsere Patienten.
Die bei dieser volldigitalen Analyse erhobenen Daten gestatten im Vergleich zu den konventionellen Methoden mit Abformungen und Registraten die Anfertigung einer CMD-Schiene, die noch besser an die zugrundeliegende Diagnose angepasst ist und Beschwerden demnach noch erfolgreicher lindert. Der große Unterschied zu herkömmlichen Methoden ist einerseits die volldigitale und dadurch präzisere Herstellung und andererseits die Tatsache, dass die angefertigte Schiene nie die patientenindividuelle Bewegungsbahn der Gelenke verlässt. Während der Analyse werden zusätzliche Parameter wie z. B. die individuellen Bewegungswinkel oder der funktionelle Gelenkraum der hochkomplexen Anatomie und Biomechanik des Kiefergelenks aufgezeichnet.
Mithilfe des Zebris JMA Optic System ist so eine exakte Neupositionierung beider Kiefergelenke auf einem beschwerdefreien Punkt der patienteneigenen Bewegungsbahn möglich.
Im Gegensatz zu anderen Gelenken des Menschen verfügt das Kiefergelenk über ein großes Maß an Selbstheilungskräften, die durch die angefertigte Positionierungsschiene erst möglich gemacht werden, wenn z. B. eine chronische Gelenkstauchung (Kompression) vorliegt.
4. Schienentherapie: Die Korrektur der Bisslage
Wir haben mit der Okklusionskontrolle festgestellt, dass es Probleme mit der Bisslage gibt. Die Untersuchung des Bewegungsapparates im Zusammenspiel mit dem Biss haben ergeben, dass wir es mit einer absteigenden, also vom Kiefer ausgehenden, CMD zu tun haben. Die Ursache Ihrer Beschwerden ist also eindeutig im Craniomandibulären System – dem Kausystem – zu suchen. Der erste Behandlungsschritt liegt darin, Ihre Bisslage vorübergehend zu korrigieren, um so für eine Entspannung Ihrer Kiefergelenke und -muskulatur zu sorgen. Dazu fertigen wir Ihnen eine spezielle Aufbissschiene an, die sich von der Oberfläche her wie natürliche Zähne anfühlt. Diese Schiene hat die Funktion, Zahnfehlstellungen auszugleichen und einen sauberen Biss zu schaffen. Sie ist transparent, von außen also beinahe unsichtbar, und herausnehmbar.
Die Schiene wird auf Basis der mithilfe des Zebris JMA Optic System erhobenen Daten angefertigt. Im Gegensatz zu den meisten Schienen hat die spezielle Aufbisschiene die Funktion einer orthopädischen Einlage im Mund und in ihrer Oberfläche viele zusätzliche Informationen gespeichert. Die biodynamische Schiene ist dauerhaft für ein halbes Jahr zu tragen. Sobald eine Linderung der Beschwerden eintritt, zeigt eine erneute Vermessung die erfolgreichen Heilungsprozesse in Form von positiv veränderten Gelenkbahnen.
Welche Funktion hat die Biodynamische Schiene?
Die Biodynamische Schiene ist keine Standardlösung, sondern ein hochpräzises, individuell angepasstes Therapiegerät, das
- Ihren Gelenkspalt physiologisch entlastet
- den Kiefer in seine natürliche Position zurückführt
- und die Muskulatur entspannt.
Für wen ist die biodynamische Schiene besonders geeignet?
- Bei chronischen Kiefer-, Kopf- oder Gesichtsschmerzen.
- Bei Knacken, Reiben oder Bewegungseinschränkungen im Kiefergelenk.
- Bei orthopädisch-unklaren Beschwerden im Nacken-, Schulter- oder Rückenbereich.
- Wenn einfache Schienen bisher keine Linderung gebracht haben.
Wie unterscheidet sich die biodynamische Schiene von der „Kassen-Schiene“?
Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt nur eine einfache Aufbissschiene, meist auf einem statischen Modell gefertigt. Diese kann kurzfristig Symptome lindern, berücksichtigt jedoch weder Ihre Gelenkstellung noch Ihre individuelle Kieferbewegung. Sie funktioniert nach dem Prinzip: „Eine Schiene für viele Probleme“ – mit entsprechend eingeschränkter Wirksamkeit.
5. Zahnersatz zur Korrektur der Bisslage
Die Aufbissschiene hat einen Nachteil. Sie nehmen sie genau dann heraus, wenn Zähne und Kiefer am meisten belastet werden: beim Essen. Haben wir festgestellt, dass die Schienen Ihnen hilft, sollten wir Ihre Bisslage deshalb mithilfe von festem Zahnersatz dauerhaft anpassen. Da dies nicht ganz günstig ist, empfiehlt sich ein Vorgehen in zwei Schritten: Im ersten Schritt werden provisorische Restaurationen hergestellt, mit den Sie auch die Funktionalität während des Essens probieren können. Dann, wenn sich auch dieses Provisorium bewährt hat, schließlich mit definitivem Zahnersatz versorgt wird.